Neues Leben für die Hammer City

08.08.2013 // Immobilien Zeitung

Städte wie Hamm haben es nicht leicht. Ehemals schwerindustriell geprägt, kommen schon seit Jahrzehnten Arbeitsplätze abhanden. Zudem wird der innerstädtische Handel seit 1992 von einem rund 21.000 m2 großen ECE-Center gebeutelt. Gleichwohl hat sich die Stadtspitze der City angenommen und zahlreiche Projekte sollen Hamm wieder attraktiver werden lassen.

"Stadtumbau West" ist das Stichwort, mit dem man der Hammer City wieder Form und Format geben will. Begonnen wurde damit bereits mit dem Einzug des Technischen Rathauses in das ehemalige (und umgebaute) Postamt. Eine moderne Glasfassade lässt kaum noch erahnen, dass sich dahinter eine Verwaltungsimmobilie aus den 1960ern befindet.

Kleist-Forum holt viele Menschen in die City zurück

Ebenfalls fertig sind das 2010 eröffnete Heinrich-von-Kleist-Forum am Platz der Deutschen Einheit und der neue Busbahnhof gegenüber dem Hammer Hauptbahnhof. Im Kleist-Forum, das für 23,5 Mio. Euro auf der Fläche des ehemaligen Horten-Kaufhauses errichtet wurde, sind die private Fachhochschule für Wirtschaft und Logistik SRH, die Volkshochschule Hamm und die Stadtbücherei untergebracht. Die Fußgängerzone erhielt ein neues Pflaster und wirkt nun deutlich attraktiver.

Und doch - es bleibt noch allerhand zu tun, um Hamm zu so etwas wie einer attraktiven City zu verhelfen. Aktuell wird die sehr breite und relativ wenig frequentierte Neue Bahnhofstraße um jeweils eine Fahrspur rückgebaut und mit Bäumen zu einer Allee umgebaut.

In den kommenden Monaten beginnt in direkter Nachbarschaft zu der Straße die Realisierung des wohl bedeutendsten Wohnungsbauprojekts in der Stadt mit 180.000 Einwohnern: Die Hammer Heckmann Bauland & Wohnraum errichtet das Museumsquartier auf einer ehemaligen städtischen Fläche in der Innenstadt. Dort, wo einmal eine Feuerwache, das Schwimmbad und die Elektrozentrale untergebracht waren, werden bis Mitte kommenden Jahres die ersten drei von insgesamt fünf Baukörpern mit Wohnungen entstehen.

Bis 2016 soll das Museumsquartier fertig sein

"Das Gesamtprojekt kommt auf rund 25 Mio. Euro und soll bis 2016 fertig sein", berichtet Klaus Wlotzka, geschäftsführender Gesellschafter von Heckmann. Los geht es mit der Villa Amarilla. Auf vier Stockwerken entstehen 16 Eigentumswohnungen sowie zwei Penthäuser. "Der Vertrieb läuft seit drei Monaten. 75% der Einheiten sind bereits veräußert." Und zwar zu Preisen, die im Vergleich zu Düsseldorf günstig, für Hammer Verhältnisse aber durchaus ordentlich sind: Im Schnitt kostet eine Wohnung 2.150 Euro/m2. Ebenfalls im Vertrieb ist die Villa Verde mit 22 Wohnungen. Hier sind etwa die Hälfte der Bleiben bereits verkauft.

Für die so genannten Mikroapartments, im dritten Baukörper, sucht das Unternehmen noch einen Gesamtinvestor. In dem Objekt sind 89 Wohnungen für die künftigen Studenten der FH Hamm, Alleinstehende oder Schüler geplant. Die Immobilie soll als KfW-Effizienzhaus 55 errichtet werden und ebenfalls im kommenden Jahr fertig sein.

Ein B&B-Hotel statt des leer stehenden Warenhauses

Das seit 2010 leer stehende ehemalige C&A-Gebäude schräg gegenüber des Hammer Hauptbahnhofs weicht bis Mitte 2014 einem B&B-Hotel, nachdem sich herausgestellt hatte, dass Handel an dieser Stelle eher nicht möglich sein wird. Eigentümer der Fläche ist die KC-Holding, Stuttgart. Auf der Expo Real 2011 fand ein Gespräch zwischen der Stadt, den Eigentümern der hässlichen Immobilie und dem französischen Hotelbetreiber B&B statt - offensichtlich mit Erfolg. Auf vier Geschossen sollen hier 92 Zimmer auf insgesamt 2.700 m2 BGF errichtet werden. Bislang beschränkt sich das Angebot an Hotelbetten in der Hammer City auf ein Mercure, das eher im höherpreisigen Segment angesiedelt ist.

"Wir freuen uns, dass B&B in Hamm eine Immobilie mit einem höherwertigen Design errichtet", erklärt Hamms leitender städtischer Baudirektor Heinz-Martin Muhle. Im Erdgeschoss ist der Einzug eines Gastronomen geplant.

Quelle: Immobilien Zeitung