Weichen für Zukunft gestellt

28.03.2013 // Westfälischer Anzeiger

Rückbau der Neuen Bahnhofstraße beginnt / Interesse an Wohnen in der City

HAMM | Der Spatenstich erfolgte symbolisch per Tieflader. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann setzte sich gestern Nachmittag persönlich an die Schalthebel und demontierte das erste Bauteil der alten Unterführung an der Neuen Bahnhofstraße. Damit kann der Rückbau beginnen. Die Neue Bahnhofstraße wird jetzt wieder wirklich neu und zeitgemäß.

Im Beisein von zahlreichen interessierten Bürgern, Vertretern aus Verwaltung, Politik, Handel und Wirtschaftsförderung stellte der OB zuvor noch einmal die Bedeutung der kommenden Arbeitsschritte für die Entwicklung der Innenstadt heraus. 130 Millionen Euro aus der öffentlichen Hand habe die Stadt bisher in den Umbau gesteckt. „Jetzt folgen nochmal 950.000 Euro für die neue Bahnhofstraße“, so Hunsteger-Petermann. Nun sei zu hoffen, dass sich private Investoren von den öffentlichen Investitionen inspirieren ließen, um ihren Teil zum Stadtumbau beizutragen.

Zum Stadtumbau gehöre auch, alte Entscheidungen zu korrigieren. „Die Unterführung war nie funktionstüchtig. Wir wünschen uns einen flüssigen Verkehr, aber die neue Bahnhofstraße war völlig überdimensioniert“, so der OB. Viel lieber hätte die Stadt die Unterführung, die seit Jahren verschlossen war, schon früher zugeschüttet. Dies war allerdings nicht möglich, weil es Bindungsfristen für einst gezahlt öffentliche Mittel gab. Rückzahlungen wollte die Stadt vermeiden. 130 Arbeitstage oder etwa ein Dreivierteljahr haben Stadtbaurätin Rita Schulze-Böing und ihr Team für den Rückbau der Neuen Bahnhofstraße veranschlagt. Zunächst werden die Aufgänge zur Unterführung verfüllt. Ein Hohlraum unter der Straße mit technischen Einrichtungen wird bleiben. Danach erfolgt der Rückbau der Straße von sechs auf vier Spuren. Die Busspuren entfallen und beidseitig entstehen Radwege. Der Linienverkehr läuft in den normalen Fahrspuren weiter. In der Mitte der Straße werden Linden, rechts und links Ahorn zur Begrünung stehen. Über einen neuen Ampelübergang gelangen Fußgänger vom neuen Museumsquartier direkt in die Bahnhofstraße.

Wohnen in der City gewinnt laut OB Hunsteger-Petermann zunehmend an Bedeutung. Die Nachfrage auf das von der Firma Heckmann bebaute ehemalige Feuerwehrgelände scheint ihm Recht zu geben. Im ersten von fünf geplanten Komplexen, der „Villa Verde“ mit 22 Wohnungen, gab es am ersten Wochenende nach der Präsentation laut Heckmann-Mitarbeiter Rolf Röben elf ernsthafte Interessenten. In fünf Fällen sei ein Kaufvertragsentwurf in Arbeit. Im Spätsommer 2014 soll der erste Baustein bezugsfertig sein, die weiteren vier sollen in zweieinhalb bis drei Jahren soweit sein. | oz


So soll die Neue Bahnhofstraße in der Nähe zum Museumsquartier aussehen.

 

Quelle: Westfälischer Anzeiger  Grafik: Stadt Hamm