Luxus-Wohnen in der City

28.03.2017 // Westfälischer Anzeiger

Als die Pläne fürs Museumsquartier vorgestellt wurden, gab es viel Skepsis – vier Jahre später sind alle Wohnungen verkauft

Knapp vier Jahre sind vom Beginn der ersten Erdarbeiten bis zur Fertigstellung des Atelierhauses und der fünf Stadtvillen im Museumsquartier vergangen. Ende April beziehungsweise Ende Mai werden die letzten zwei Villen übergeben. Aus dem Projekt auf dem ehemaligen Feuerwehr- und Stadtbadgelände, das anfänglich mit Skepsis betrachtet wurde, ist eine Erfolgsgeschichte geworden. Alle 190 Wohnungen und Appartements sind verkauft, die Nachfrage ist größer als das Angebot. Nach der Errichtung des Heinrich-von-Kleist-Forum ist dies eine der größten städtebaulichen Veränderungen in der City.

28,3 Millionen Euro sind nach Angaben der ausführenden Heckmann Bauland und Wohnraum GmbH & Co. KG hier umgesetzt worden. Der Quadratmeterpreis liege je nach Standort zwischen 2200 und 2500 Euro, hieß es gestern bei einem Rundgang mit Heckmann-Vertretern und dem Verwaltungsvorstand der Stadt Hamm anlässlich der bevorstehenden Fertigstellung. Das Projekt zeigt damit auch: Es gibt viele Menschen, die in der Innenstadt und bahnhofsnah wohnen wollen.

„Wir könnten problemlos ein weiteres Atelierhaus bauen“, sagte Heckmann-Geschäftsführer Reinhold Gierse. Für die Appartements, die durch Studenten und Berufspendler von auswärts belegt sind, gebe es eine Warteliste. Die Kauf- und Mietnachfrage nach stadtnahem und hochwertigen Wohnraum sei weiterhin sehr hoch, so Gierse.

Auf rund 300 bezifferte Heckmann-Vertriebsleiter Franz Venker die Zahl der Bewohner in den 190 Wohneinheiten. Alle Altersgruppen seien vorhanden, 90 Prozent der Käufer kämen aus Hamm. Bei den Käufern der Eigentumswohnungen halte sich der Anteil der Eigennutzer und der der Kapitalanleger die Waage. Für Kapitalanleger seien die Einheiten bis 85 Quadratmeter am interessantesten gewesen. Ein Großteil der Eigennutzer habe sich mit dem Einzug kleiner gesetzt.

Die letzten beiden Baukörper, die Villen Azul und Rosso, werden Ende April und Ende Mai übergeben. Zurzeit laufen Restarbeiten und Reinigungsarbeiten vor dem Bezug. Die Größen variieren vom 132-Quadratmeter-Penthouse bis zum 35 Quadratmeter großen Appartement. Ein Kapitalanleger habe sich gleich vier von diesen gesichert, sagte Venker. „Die Appartements waren die ersten Einheiten, die verkauft waren“. Die Nachfrage unter Pendlern, etwa zum OLG oder zu den Krankenhäusern sei hoch.

Zu denjenigen mit „zeitweilig vorhandener Skepsis“ zählte nach eigener Aussage auch Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann. Seine Skepsis hat er längst verloren. Gestern lobte er das Projekt als städtebaulich gelungen und hob die rein privatwirtschaftliche Entstehung hervor.